“not-invented-here” Die Hürden eines Erfinders | manugoo #Gastbeitrag

“not-invented-here” Die Hürden eines Erfinders | manugoo #Gastbeitrag

"not-invented-here" Die Hürden eines Erfinders | manugoo

Gerade las ich vom CinniBird (http://de.engadget.com/2014/12/02/cinnibird-gewurzstift-fur-kunstlerisch-veranlagte/) sicherlich eine Innovation auf die die Welt gewartet hatte nach dem Motto “Design oder nicht sein“ bzw. „Erfindungen, die uns gerade noch gefehlt haben“ (Uli Stein’s “Leicht behämmert” – Erfindungen, die uns gerade noch gefehlt haben”).

Nun gibt es aber durchaus auch Ideen mit Mehrwert, die merkwürdigerweise keine Chance zum Markteintritt bekommen und zwar aufgrund des „not-invented-here“-Syndroms, dessen Szenario so skizziert werden kann:

Der freie Erfinder sucht einen potenziell verwertungsinteressierten Hersteller für seine Idee und wendet sich folglich an die einschlägige Industrie oder gar an Unternehmen, die auf ihrer Website unter dem Label „Open Innovation“ dazu ermunternd einladen. Hier landet er zunächst auf der Führungs- oder Stabsebene also erst einmal bei Betriebswirtschaftlern, die sich natürlich mit der Beurteilung der Verwertbarkeit überfordert sehen. Folglich landet er in der Entwicklungsabteilung, die für die Entwicklung derartiger Innovationen hauptamtlich alimentiert wird. Dort schüttelt man solange den Kopf über der Suppe, bis man ein Haar darin findet, schon um peinlichen Rückfragen zuvor zu kommen, warum man nicht selber auf so etwas gekommen ist. Das Management nimmt das abschlägige Fachurteil schließlich erleichtert zur Kenntnis, zumal man sich wieder dem Tagesgeschäft in gewohnter Routine zuwenden kann, also Bilanzen „streamlinen“ um die Anleger bei Laune zu halten – am besten durch Übernahmen, Arbeitsplatzabbau bzw. Verlagerung ins billigere Ausland usw… für einen Hammer sieht eben alles aus wie ein Nagel (frei nach Paul Watzlawick). Hinzu kommt die Angst vor den „Innovationsrisiken“ weil sich der Return-on-Investment schwer vorauskalkulieren lässt, ebenso die Kundenakzeptanz im Wettbewerbsumfeld und überhaupt zunächst mal die alten Investitionen abgeschrieben werden müssen bzw. falls sie schon abgeschrieben sind, neue Investitionen erst einmal die Bilanz belasten würden. Den armen Entwicklern, die nur ihre Haut retten wollen, kann man das auch gar nicht verübeln, denn schließlich ist denen durch die extrem arbeitsteilige Organisation der Blick über den Tellerrand abhanden gekommen, den ein kreativer Geist außerhalb der Hierarchie sich womöglich bewahrt hat, was ihn eher in die Lage versetzt, auch interdisziplinär schöpferisch zu tüfteln selbst wenn vielleicht manches noch nicht in letzter Umsetzungskonsequenz durchkonstruiert ist. Aber dafür hätte man ja die nötige Kompetenz im Hause, nur fehlt es am guten Willen echter “Open Innovation” ohne Futterneid und Angst der Kompetenzträger.