Spachtelgerät

Spachtelgerät

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Die Erfindung betrifft ein Spachtelgerät mit besonderer Ausgestaltung, wodurch es zur Ablösung eines Oberflächenmaterials, insbesondere zur Ablösung einer Tapete von einer Wand, hervorragend geeignet ist.
[0002]
Üblicherweise erfolgt die Ablösung einer Tapete von einer Wand manuell mithilfe eines einfachen Spachtels, wobei es sich immer wieder ergibt, dass an einigen Stellen der Wand dazu ein erheblicher Kraft- und Zeitaufwand erforderlich ist. Dadurch wird diese Tätigkeit schließlich unnötig arbeits- und kostenintensiv, falls ein Dritter mit dieser Tätigkeit kostenpflichtig beauftragt wird. Zur Erleichterung dieser Tätigkeit behilft man sich häufig dadurch, dass die Tapete zunächst angefeuchtet wird, um diese anschließend, wenn die Feuchtigkeit den die Tapete an der Wand befestigenden Leim aufgeweicht hat, mit einem Spachtel zu lösen. Jedoch erhöht diese Maßnahme den erforderlichen Zeitaufwand und besonders hartnäckige Stellen verbleiben oft genug dennoch.
[0003]
Der Erfindung liegt vor diesem Hintergrund die Aufgabe zugrunde, ein Spachtelgerät zu schaffen, mit welchem ein Oberflächenmaterial leicht, schnell und gründlich entfernt werden kann. Die Erfindung zielt insbesondere auf den Einsatz bei der Entfernung einer Tapete von einer Wand ab, ist jedoch keineswegs darauf beschränkt.
[0004]
Zur Lösung der Aufgabe ist ein Spachtelgerät vorgesehen, umfassend ein Gehäuse und eine Aufnahmeeinrichtung für ein Spachtelwerkzeug, wobei in dem Gehäuse eine Schlagerzeugungseinrichtung angeordnet ist, durch welche das Spachtelwerkzeug in eine oszillatorische Bewegung versetzbar ist. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0005]
Gemäß der Erfindung ist demnach vorgesehen, dass das Spachtelgerät, ähnlich wie eine Bohrmaschine, ein Gehäuse aufweist, in welchem eine Aufnahmeeinrichtung für ein Spachtelwerkzeug angeordnet ist. Das Spachtelwerkzeug weist dazu einen zu der Aufnahmeeinrichtung korrespondierenden Abschnitt auf, welcher in die Aufnahmeeinrichtung geschoben werden kann und in dieser arretiert wird. Eine solche Aufnahmeeinrichtung und ein entsprechender korrespondierender Abschnitt eines Werkzeuges ist von Bohrmaschinen einerseits und Bohrern andererseits hinreichend bekannt. Das Spachtelwerkzeug ist in einfacher Ausgestaltung der Erfindung einenends der Form nach ebenso ausgebildet wie ein herkömmlicher Spachtel, kann aber in weiterer Ausgestaltung auch spezielle Formen haben. In dem Gehäuse ist ferner eine Schlagerzeugungseinrichtung angeordnet, durch welche das von der Aufnahmeeinrichtung aufgenommene Spachtelwerkzeug in eine oszillatorische Bewegung versetzbar ist. Diese Kombination von Spachtelwerkzeug und Schlagerzeugungseinrichtung stellt das Wesen der Erfindung in ihrer einfachsten Ausgestaltung dar. Hierdurch kann nämlich effektiv ein Oberflächenmaterial von einem Untergrund, insbesondere eine Tapete von einer Wand, gelöst werden. Zusätzliche Maßnahmen wie das Anfeuchten einer Tapete sind nicht mehr erforderlich.
[0006]
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das Spachtelgerät einen Drucksensor umfasst, welcher den auf das Spachtelwerkzeug ausgeübten Druck misst, wobei die Schlagerzeugungseinrichtung das Spachtelwerkzeug abhängig von dem Druck, der auf das Spachtelwerkzeug ausgeübt wird, aktiviert wird. Bei dieser Ausgestaltung der Erfindung weist das Spachtelgerät zusätzlich einen Drucksensor auf, welcher die Schlagfunktion der Schlagerzeugungseinrichtung auslöst. Dies geschieht abhängig von dem Druck, der auf das Spachtelwerkzeug bei der Entfernung eines Oberflächenmaterials ausgeübt wird. Dies bedeutet, dass die Schlagerzeugungseinrichtung bei Kontakt des Spachtelwerkzeuges mit einer schwer zu lösenden Stelle des Oberflächenmaterials aktiviert wird. Zur Druckmessung ist ein Drucksensor vorhanden, welcher den auf das Spachtelwerkzeug ausgeübten Druck misst. Selbstredend ist eine aus dem Stand der Technik hinreichend bekannte Steuereinheit vorhanden, welche den von dem Drucksensor erzeugten Ausgangswert liest, überprüft ob ein vordefinierter Schwellenwert überschritten ist und abhängig von dieser Überprüfung die Schlagerzeugungseinrichtung aktiviert. Diese Ausgestaltung ist besonders anwenderfreundlich, da das Spachtelgerät wie ein herkömmlicher Spachtel verwendet werden kann, solange sich das Oberflächenmaterial, insbesondere die Tapete, relativ leicht lösen lässt, und die Schlagfunktion automatisch bei Erreichen einer hartnäckigen Stelle aktiviert wird.
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Das Gehäuse des erfindungsgemäßen Spachtelgerätes kann in alternativer oder ergänzender Ausgestaltung zumindest einen Schalter aufweisen, mittels welchem die Schlagerzeugungseinrichtung manuell aktivierbar ist. Vorteilhaft an dieser Ausgestaltung ist, dass ein Anwender selbst bestimmen kann, wann ihm der Kraftaufwand zu groß wird – schließlich sind Muskelkraft und Ausdauer sehr individuell.
[0008]
In besonderer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Spachtelgerätes kann vorgesehen sein, dass das Gehäuse zwei auf einer im Wesentlichen geraden Linie angeordnete Griffelemente aufweist, wobei zumindest das von dem Spachtelwerkzeug weiter beabstandete Griffelement bogenförmig ausgebildet ist. „Bogenförmig” heißt in diesem Zusammenhang, dass das Griffelement im Querschnitt zusammen mit dem Gehäuse einen Winkelbereich von wenigstens 180° umgibt. Auf die genaue Querschnittsform (rund, eckig, polygonzugförmig, etc.) kommt es dagegen nicht an. Diese Ausgestaltung ist dahingehend ausgelegt, dass das Spachtelgerät mit der Hand und dem Unterarm nur eines Armes eines Anwenders geführt wird, anstatt mit beiden Händen und Armen. Dazu ist zumindest das weiter von dem Spachtelwerkzeug beabstandete Griffelement bogenförmig ausgebildet, sodass es einen Unterarm eines Anwenders wenigstens teilweise umschließt. Das näher an dem Spachtelwerkzeug angeordnete Griffelement kann ebenfalls bogenförmig ausgebildet sein, sodass ein Anwender seine Hand durch dieses hindurch stecken und dieses umgreifen kann. Diese Ausgestaltung des Griffelementes beziehungsweise der Griffelemente ist besonders vorteilhaft, da erstens das Spachtelgerät nicht ausschließlich mit den Händen festgehalten werden muss und zweitens nur ein Arm zur Führung des Spachtelgerätes verwendet wird, sodass der andere Arm völlig frei ist. Mit dem zweiten Arm kann sich ein Anwender etwa an der Wand, von welcher das Oberflächenmaterial zu entfernen ist, abstützen oder sich irgendwo festhalten.
[0009]
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass beide Enden des bogenförmig ausgebildeten Griffelementes mit dem Gehäuse verbunden sind. In dieser Ausgestaltung hat das bogenförmig ausgebildete Griffelement die Form eines geschlossenen Bogens, was andererseits nicht zwingend erforderlich ist. Jedoch ist es deswegen vorteilhaft, weil ein seitliches Abrutschen des Spachtelgerätes beziehungsweise ein Ausbrechen des Armes des Anwenders vermieden wird. Wie zuvor können auch beide Griffelemente derart ausgebildet sein.
[0010]
Ferner kann vorgesehen sein, dass an dem Griffelement, welches näher an dem Spachtelwerkzeug angeordnet ist, zumindest ein Schalter angeordnet ist, über welchen die Schlagerzeugungseinrichtung manuell aktivierbar ist. In dieser Ausgestaltung kann die Schlagerzeugungseinrichtung einfach mit einem Finger oder Daumen der Hand, mit welcher das näher an dem Spachtelwerkzeug gelegene Griffelement umgriffen wird, manuell aktiviert werden. Alternativ kann mit diesem Schalter das Spachtelwerkzeug aus der Aufnahmeeinrichtung gelöst werden, sodass dieses durch ein neues, also schärferes Spachtelwerkzeug ersetzt werden kann. Es können auch mehrere Schalter an dem Griffelement angeordnet sein, welche jeweils einer der genannten Funktionalitäten dienen können.
[0011]
Schließlich besteht noch die Möglichkeit das erfindungsgemäße Spachtelgerät derart auszubilden, dass zwei Griffelemente vorhanden sind, von denen eines auf einem verschiebbar in dem Gehäuse oder an dem Gehäuse gelagerten Träger angeordnet ist. In dieser Ausgestaltung ist ein Träger vorhanden, an dem eines der Griffelemente angeordnet ist und der verschiebbar in dem Gehäuse oder an dem Gehäuse gelagert ist. Dadurch kann vorteilhaft der Abstand zwischen beiden Griffelementen verändert und so an den Unterarm eines Anwenders angepasst werden.
[0012]
Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer Figur nochmals beschrieben, wobei insbesondere der Aspekt der Griffelemente verdeutlicht wird.
[0013]
1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Spachtelgerätes 1. Das Spachtelgerät 1 weist ein Gehäuse 2 auf, in dem eine Aufnahmeeinrichtung 3 angeordnet ist. Die Aufnahmeeinrichtung 3 nimmt ein Spachtelwerkzeug 4 auf. Das Gehäuse weist in dieser Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Spachtelgerätes 1 eine Steckerbuchse 5 zur Strom- und Spannungsversorgung der in dem Gehäuse 2 angeordneten Schlagerzeugungseinrichtung (nicht gezeigt) auf. Alternativ oder auch zusätzlich kann in dem Gehäuse 2 ein austauschbarer oder fest installierter Akkumulator angeordnet sein. Das Gehäuse 2 weist ferner zwei voneinander beabstandete und auf einer geraden Linie angeordnete Griffelemente 6, 7 auf. Die Griffelemente 6, 7 sind in Form eines geschlossenen Bogens ausgebildet. Beim Gebrauch des Spachtelgerätes 1 umgreift das Griffelement 6 den Unterarm eines Anwenders. Die Hand dieses Unterarmes wird durch das Griffelement 7 gesteckt, welches sodann von dieser umgriffen wird. Damit dem Anwender keine Druckstellen an den Fingern entstehen sind an einer dem Gehäuse 2 zugewandten Fläche des Griffelementes 7 Vertiefungen 8 ausgebildet. Ferner ist an dem Griffelement 7 in einer nach außen weisenden seitlichen Fläche 9 ein Schalter 10 angeordnet, mittels dessen die Schlagerzeugungseinrichtung manuell mithilfe eines Daumens aktiviert werden kann. In der auf der anderen Seite des Griffelementes 7 gelegenen Fläche 11 kann ebenfalls ein solcher Schalter angeordnet sein, wodurch das Spachtelgerät 1 mit dem linken oder der rechten Unterarm eines Anwenders geführt werden kann und die Schlagerzeugungseinrichtung jeweils mit dem Daumen manuell aktiviert werden kann.
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Das Gehäuse 2 des Spachtelgerätes weist ferner eine Auflage 12 für den Unterarm eines Anwenders auf, welche sich über das Gehäuse hinaus erstreckt, sodass dem Anwender keine Druckstellen am Unterarm aufgrund des Kontaktes mit einer Kante des Gehäuses 2 entstehen. Darüber hinaus ist das Griffelement 7 an einem Träger 13 angeordnet, welcher in dem Gehäuse 2 gelagert ist und aus diesem heraus- und in dieses hineinschiebbar ist. Dadurch kann vorteilhaft der Abstand zwischen den Griffelementen 6, 7 verändert werden, sodass dieser an die Größe des Unterarmes eines Anwenders angepasst werden kann und die Griffelemente 6, 7 auch in dieser Hinsicht – neben den Vertiefungen 8 – ergonomisch ausgestaltet sind.
Bezugszeichenliste